Arbeid i Norge

14. September 2011 by Jana

Damit komme ich einmal zum offiziellen Hauptgrund für meine Besuch in Trondheim: Einen Teil meines PJs hier zu absolvieren und im Krankenhaus zu arbeiten und zu lernen.

Wie die meisten sicher mitbekommen haben, bin ich in der chirurgischen Abteilung, genauer in der Bauchchirurgie. In Trondheim gibt es (wie fast überall in Norwegen) ausreichend Ärzte und Schwestern für jede Station. Das macht sich auch in der Stimmung im Krankenhaus bemerkbar. Es ist sehr entspannt und gibt wenig Stress. Das Gegenstück zu PJlern in deutschen Krankenhäusern sind hier die sogenannten Turnusärzte. Kurze Erklärung: In Norwegen entscheidet man sich nicht direkt nach dem Studium, in welche Fachrichtung man gehen möchte. Man ist zunächst 1 ½ Jahre Turnusarzt. In dieser Zeit macht man ½ Jahr Innere Medizin, ½ Jahr Chirurgie und ½ Jahr Allgemeinmedizin (ähnliche Struktur wie unser PJ, nur länger). Sie nehmen Patienten auf, schreiben Krankenverläufe auf und übernehmen die präoperative Sprechstunde mit Befragung und Untersuchung der Patienten.

Aufgrund dieser Konstellation, der doch vorhandenen Sprachschwierigkeiten und der Tatsache, dass ich ohne norwegische Personalnummer keinen Computerzugang bekommen kann, habe ich keine festen Aufgaben. Für mich heißt das, dass ich meine Zeit dort frei gestalten kann. Mich persönlich stört das wenig, ich kenne das schon aus der vorangegangenen PJ-Zeit. Da ich aber das Bestreben habe, soviel wie möglich mitzunehmen, versuche ich mir möglichst viel verschiedenes anzusehen.

Der Anfang war trotz allem schon etwas schwierig. Ich habe fast kein Wort verstanden. Aber ich hatte Glück denn mit mir hat ein neuer Turnusarzt angefangen. Mit ihm konnte ich erstmal überall mit hinlaufen und er war auch geduldig, langsam norwegisch oder im Notfall englisch zu sprechen. Daher habe ich die erste Woche auch nur auf Station verbracht, noch administrative Sachen in der Uni erledigt und mich bei fast allen (auf norwegisch) vorgestellt. Der Rest folgte so nach und nach und hält an.

Schließlich verschlug es mich doch in den OP und ich bekam sofort die Option, mich auch mit einzuwaschen um am Tisch zu stehen und mehr sehen zu können. Vor Schreck habe ich erstmal abgelehnt.

Seitdem bin ich öfter im OP gewesen und habe steril am Tisch stehend einige Operationen gesehen. Und wenn ich denn schon mal da bin, kann ich auch assistieren. Ich bin auch schon von einem Oberarzt im OP-Trakt weggefangen worden, weil sie im OP noch jemanden brauchten oder in der Umkleide von einer (deutschen) Urologin, um einfach mal aus dem Stehgreif einen Blasenkatheter durch die Bauchdecke zu legen. Erklärt wird auch etwas. Nicht so viel, aber so manche kleinen Sachen und dafür ist die Chirgie eben auch oft selbsterklärend.

In der Poliklinik habe ich mich in den letzten zwei Wochen meiner Kontaktärztin angeschlossen und durfte auch selber Untersuchungen machen. Mit ihr zusammen habe ich von Samstag zu Sonntag Nacht auch einen Dienst mitgemacht. Der folgte leider dem alten Fluch: Wenn ein Student anwesend ist, passiert nix! Aber egal, eine kleine OP und einige Patienten bis 1Uhr und ich war dabei.

Die Unterschiede in der Behandlungsstrategie und -technik sind zu denen in Deutschland gar nicht so verschieden, wie ich hier in den ersten Tagen ebenfalls feststellte (Zitat eines netten Turnusarztes: „Die Anatomie ist überraschender Weise hier die selbe wie Deutschland.“).

Es ist auch egal wo ich mich entscheide hinzugehen: Alle sind nett und ich bin überall willkommen! Nicht vergessen sich vorzustellen (passiert mir leider viel zu oft) und sofort werde ich angesprochen und gefragt. Viele Norweger können auch etwas deutsch (das kann man hier offenbar in der Schule lernen) und probieren es dann nochmal aus. Oder sie finden es interessant, warum ich norwegisch kann und es gelernt habe. Einige Ärzte könne auch viel deutsch, vor allem die Muttersprachler. Von gibt es hier erwartungsgemäß auch einige. Zwei habe ich schon persönlich kennen gelernt (wenn der Chirurg im OP „Sch…!“ flucht, ist es mit Sicherheit kein Norweger).

Ein Oberarzt hat mich auch mal gefragt, ob ich seinen Witz verstanden habe. Er hat ihn mir denn nochmal langsam erzählt und dann auf englisch, damit ich die Pointe auch verstehe. Inzwischen verstehe ich weit mehr norwegisch als am Anfang und spreche auch viel. Langsam kommt es also auch mit der Sprache.

Soviel zu meinem Arbeitsalltag hier in Trondheim. Ich werde die nächsten Wochen hier noch genießen und mich weiter freuen, das ich hergekommen bin.

Und weil es vom Innenleben des St. Olavs Sykehuset keine Bilder gibt, bekommt ihr die Bilder von meinem Weg nach Hause Sonntag früh so gegen 7Uhr (als noch kein Bus fuhr und hab ich schon erwähnt,dass ich auf einem Berg wohne).

 

 

 

 

 

 

 

 

 


1 Kommentar »

  1. Daniel sagt:

    Hi Jana,
    mensch und wir dachten du machst dort nur Urlaub! Hehe…
    Aber klingt ja wirklich nach einem sehr angenehmen Arbeitsklima. Ich hab auch schon eine Lösung für den Ärztemangel in Deutschland: einfach mehr einstellen 😉
    Joar, aber der ein oder andere PJler hier ist bestimmt neidisch auf diese Arbeitsbedingungen.
    Ich wünsch dir weiterhin viel Spaß!!

    Achso, Lotte ist übrigens gut in NYC gelandet und treibt sich da nun auch schon fast eine ganze Woche herum…

    Beste Grüße, Daniel

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