Deutsche Geschichte in Trondheim

7. September 2011 by Jana

Zunächst erstmal: Norwegische Erkältungsviren sind ähnlich fies wie deutsche. Sie haben mich zwar nicht entschärft, mich aber zumindest zu einigen Tagen Ruhe gezwungen. Aber auch das nicht durchgängig.

Zunächst mal gab es bei uns Freitag Abend, inszeniert von Fabiana, eine Küchenparty mit Pizza, Quiche und Bier (für alle anderen). Es gab wieder viele nette Leute zum Kennen lernen, unter anderem war diesmal auch ein gebürtiger Norweger dabei.

Der Samstag stand nicht zuletzt wegen Regen und allgemeinem Krankheitsgefühl eher im Zeichen von Ausruhen und ein bißchen die Wohnung sauber machen.

Am Sonntag ging es dann (diesmal inszeniert von mir) in einer doch überraschend großen Gruppe zum Munkholmen, zumal es auch der letzte Tag war, an dem die Fähre dorthin noch regelmäßig verkehrte und das Museum dort noch offen ist.

Munkholmen ist eine kleine Insel, die vor Trondheim liegt (und schon auf diversen meiner Bilder zu sehen war). Ursprünglich war es eine Hinrichtungsstätte (vor 995) bis König Olav Tryggvason nach Norwegen kam und die Stadt Trondheim gründete. In der Zeit von 1100 bis etwa 1600 diente die Insel Benediktinermönchen als Kloster bis die Reformation nach Norwegen kam. Als Trondheim von den Schweden besetzt wurden (um 1660) installierten sie dort eine provisorische Kanonenbatterie. Nach der Rückeroberung des Trøndelag wurde mit einer permanenten Befestigung begonnen. Ab 1680 wurde der Munkholmen als Staatsgefängnis benutzt bis ungefähr 1850. Während der Neapolitanischen Kriege erfüllte der Munkholmen die Funktion einer Seefestung. Zur Zeit es Zweiten Weltkrieges wurde die Insel nach der Invasion und Besetzung von Trondheim durch die Deutschen als Verteidigungsanlage verwendet. Die Insel wurde zum Teil umgebaut und mit Flak-Stellungen ausgerüstet, die auch heute noch dort zu sehen sind.

Der Ausflug dorthin hat sich in jedem Fall gelohnt. Unabhängig von der interessanten Geschichte ist die Umgebung dort wirklich schön und der Ausblick auf Trondheim und die Umgebung ebenfalls.

Sonntag Abend haben wir denn noch Fabianas Unbirthday gefeiert. Mit vielen Leuten und viel selbst gemachter Pizza war es ein langer und lustiger Abend. Die verschiedenen Hut-Ideen dürft ihr gerne auf den Fotos bewundern.

In Trondheim gibt es aber noch mehr Besichtigungsstätten aus dem zweiten Weltkrieg. Eine davon, den Deutschen Soldatenfriedhof in Havstein, wollte ich mir am Montag ansehen. Laut Beschreibung im Internet sollte man sich da an der Kirche orientieren und dann findet man ihn ganz leicht. So weit, so gut. Die Kirche habe ich gefunden, den Friedhof eigentlich auch. Das habe ich aber erst herausgefunden, als ich wieder zu Hause war und nochmals im Internet recherchiert habe. Somit steht da in jedem Fall noch ein zweiter Besuch aus.


5 Comments »

  1. Dominik sagt:

    Jetzt komme ich auch endlich mal dazu mir mal ein bisschen was durchzulesen! Schön zu lesen, was du alles erlebst! Scheint ja alles sehr idyllisch zu sein, im kleinen Trondheim.

    Das mit dem Regen kann ich irgendwie nachvollziehen… das ist hier gerade nicht anders. Gerade macht er mal Pause, also werde ich dann auch mal schnell rausgehen ;o)

    Bis bald und viele Grüße!

  2. Holger sagt:

    Ja, in Havstein warst du schon richtig um zum „Tyske Gravlund“ zu kommen. Der liegt ein Stückchen weiter unten. An der Weggabelung zur Kirche links rum und dann gleich wieder rechts und schon ist man da.

    Viel Glück beim zweiten Versuch.

    Bis bald und viel Spass noch in Norwegen

  3. Silke sagt:

    Liebe Jana, eine schöne neue Woche wünsche ich Dir mit weiterhin vielen schönen Eindrücken und neuen Bekanntschaften. Mittlerweile scheint es so, als ob Du jeden Winkel in Trondheim inspizierst, nichts bleibt Dir (und Deiner Kamera) verborgen. Ich bin ja immer wieder beeindruckt, was man alles so bauen kann bzw. konnte … Diese gemauerte Kuppel – wow.
    Herzliche Grüße, Silke

  4. Gina sagt:

    Auf die Gefahr hin, dass ich die einzige bin, die sich das fragt =), aber was ist eine Unbirthdayparty? Veranstaltet man die einfach so, wenn man sich denkt, ‚ach wäre das schön, wenn ich jetzt Geburtstag hätte‘? 😉

    Freut mich auf jeden Fall, dass du so viele neue Bekanntschaften schließt und es dir, trotz Regens und gelegentlicher Erkältung, gut geht!

    Eine schöne und erlebnisreiche Zeit wünsche ich dir weiterhin!

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